AfD-Machtkampf eskaliert: Vetternwirtschaft und Fälschungsvorwürfe vor Parteitag
Jakob MaierAfD-Machtkampf eskaliert: Vetternwirtschaft und Fälschungsvorwürfe vor Parteitag
In der rechtspopulistischen AfD spitzt sich der interne Machtkampf wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Bevorzugung immer weiter zu. Tägliche Berichte zeigen, wie Parteimitglieder Angehörige und Verbündete einstellen – kurz vor einem entscheidenden Parteitag im März. Kritiker werfen der AfD nun vor, genau jene Korruption zu betreiben, die sie sonst anprangert.
Im Mittelpunkt des Skandals steht der Landesverband Nordrhein-Westfalen, wo ein erbitterter Richtungsstreit tobt. Rechtsextreme Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und die Co-Vorsitzende Alice Weidel drängen auf die Absetzung des Landesvorsitzenden Martin Vincentz. Dessen ehemaliger Verbündeter, der Abgeordnete Klaus Esser, steht unter dem Verdacht, seinen Lebenslauf gefälscht zu haben, und wurde vorübergehend von Parteifunktionen ausgeschlossen.
Esser muss sich nun Fragen gefallen lassen, warum er eine 85-jährige Frau beschäftigt – Parlamentsmitarbeiter fordern Nachweise, dass sie tatsächlich arbeitet. Gleichzeitig geraten auch Vincentz-Gegner wie Sven Tritschler unter Druck, weil sie angeblich Mitarbeiter auf der Gehaltsliste führen, ohne dass diese echte Aufgaben hätten.
Höcke selbst räumte auf X (ehemals Twitter) ein, dass das eigene Fehlverhalten der Partei zum Verhängnis werden könnte. Der Streit legt tiefe Gräben offen, bei denen sich beide Seiten gegenseitig Heuchelei und Doppelstandards vorwerfen.
Die internen Querelen der AfD überlagern ihre anti-establishment-Rhetorik. Angesichts des bevorstehenden Parteitags könnte der Eklat um die Vorwürfe die Führung neu ordnen. Parlamentsbehörden und Kritiker fordern weiterhin Aufklärung über die Einstellungspraktiken und mehr Transparenz.
