Aachener Forscher entwickeln virtuelle Logistikspuren gegen Stadtverkehrs-Kollaps
Lukas WolfAachener Forscher entwickeln virtuelle Logistikspuren gegen Stadtverkehrs-Kollaps
Forscher der RWTH Aachen haben das Projekt ViDeLL gestartet, um die zunehmenden Verkehrsstaus in Städten zu bekämpfen, die durch den wachsenden Güterverkehr verursacht werden. Die Initiative erforscht virtuelle Straßenabschnitte, die speziell für automatisierte Logistikfahrzeuge konzipiert sind. Finanziert wird das Vorhaben von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der Europäischen Union.
Das Projekt, geleitet vom Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen, zielt darauf ab, ein Verkehrskonzept zu entwickeln, das automatisierte Logistiksysteme in das bestehende städtische Straßennetz integriert. Statt physisch separate Spuren zu bauen, setzt das Team auf optische Komponenten und intelligente Straßenmarkierungen, um flexible virtuelle Fahrspuren zu schaffen. Wie Projektleiter Tarik Hadzovic erläutert, werde dadurch der vorhandene Straßenraum optimal genutzt und gleichzeitig die Baukosten gesenkt.
Das Konsortium wird geeignete Anwendungsfälle für virtuelle Logistikspuren analysieren – mit Fokus auf städtische Last-Mile-Lieferungen, Einzelhandelslogistik und industriellen Transport zwischen Produktionsstandorten. Zu den Aufgaben gehören die Konzeption eines umfassenden Systems, die Entwicklung von Algorithmen für die dynamische Spurvergabe sowie die Gewährleistung sicherer Interaktionen zwischen automatisierten Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern. Ein zentrales Ziel ist die Schaffung eines rechtlich, technisch und wirtschaftlich tragfähigen Rahmens. Zudem wird das Team politische Empfehlungen ausarbeiten, um die aktuellen Verkehrsgesetze anzupassen. Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls, warnte, dass ohne solche Innovationen das wachsende Transportaufkommen zu massiven Verkehrsproblemen in den Städten führen könnte.
Im Rahmen von ViDeLL werden virtuelle Straßenlösungen getestet, um Staus zu verringern und die Effizienz der Logistik zu steigern. Bei Erfolg könnte das System eine skalierbare Alternative zu teurer physischer Infrastruktur bieten. Die Ergebnisse könnten künftige Verkehrspolitik und Stadtplanungsstrategien prägen.
