80 Aktivist:innen trotzen Kälte für One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen in Bottrop
Moritz Richter80 Aktivist:innen trotzen Kälte für One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen in Bottrop
Rund 80 Aktivistinnen und Aktivisten trotzten eisigen Temperaturen und leichtem Schneefall, um am 14. Februar 2026 an der 11. jährlichen One Billion Rising-Kundgebung in Bottrop teilzunehmen. Die vom Frauenzentrum Courage organisierte Veranstaltung sollte auf die anhaltende Gewalt aufmerksam machen, der Frauen und Mädchen weltweit ausgesetzt sind. Das diesjährige Motto "Ni una menos – Women on fire" richtete den Fokus auf Femizide, insbesondere auf Tötungen durch (Ex-)Partner.
Die Demonstration fand am Ernst-Wilczok-Platz statt, wo sich die Teilnehmenden trotz der Kälte versammelten. Vor Ort waren auch lokale Vertreter wie Oberbürgermeister Matthias Buschfeld, Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert sowie die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Lehmann. Die Band A Mournful Experience sorgte mit Live-Musik für Stimmung, während die Peter Frank Dance School mit Tanzperformances für Energie sorgte.
Die Kundgebung war Teil einer globalen Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Organisator:innen verwiesen auf alarmierende Zahlen: In Bottrop stiegen die gemeldeten Fälle von Partnerschaftsgewalt von etwa 250 im Jahr 2019 auf 380 im Jahr 2023 an, bevor sie 2024 leicht auf 360 zurückgingen. Bundesweit zeigte sich ein ähnliches Bild – die Fallzahlen kletterten von rund 140.000 im Jahr 2019 auf 165.000 im Jahr 2023 und stabilisierten sich 2024. Die Daten basieren auf den Polizeilichen Kriminalstatistiken von Nordrhein-Westfalen und dem Bundeskriminalamt.
In ihren Reden betonten die Sprecher:innen die Notwendigkeit eines besseren Schutzes und einer höheren öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung forderte dringendes Handeln gegen Gewalt, die Frauen und Mädchen überproportional betrifft.
Die Bottroper Kundgebung markierte ein weiteres Jahr des Engagements gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Angesichts steigender Fallzahlen und anhaltender Risiken unterstrichen die Organisator:innen die Bedeutung kontinuierlicher Anstrengungen. Die Demonstration bekräftigte die Forderungen nach besseren rechtlichen Schutzmechanismen und gesellschaftlichem Wandel.
