36 Industriegiganten warnen vor Kollaps durch EU-Emissionshandel und fordern Soforthilfe
Moritz Richter36 Industriegiganten warnen vor Kollaps durch EU-Emissionshandel und fordern Soforthilfe
Über 36 große europäische Industrieunternehmen fordern dringendes Handeln beim EU-Emissionshandel
In einem Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, und den zyprischen Staatspräsidenten Nikos Christodoulides haben mehr als 36 führende europäische Hersteller vor steigenden Kosten und schweren Schäden für die Industrie gewarnt. Zu den Unterzeichnern zählen Konzerne wie ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp.
Das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) verpflichtet Industrieanlagen dazu, Verschmutzungszertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen zu erwerben. Im Rahmen des Klimapakets „Fit für 55“ wurden die bisher kostenlos vergebenen Zertifikate schrittweise abgebaut. Diese Umstellung zwingt die meisten Unternehmen, die benötigten Berechtigungen auf dem Markt zu kaufen – was die Kosten in die Höhe treibt, da das Angebot schneller schrumpft als die Emissionen sinken.
Die Unternehmen argumentieren, dass das System nicht mehr den globalen Realitäten entspreche. Europa handle allein, wenn es seinen Industrien rasant steigende CO₂-Kosten aufbürde. Zudem fehle es weiterhin an der notwendigen Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie den Transport und die Speicherung von CO₂, um die industrielle Transformation zu stemmen.
Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Dieser belegt kohlenstoffintensive Importe mit Abgaben, sieht jedoch Ausnahmen für Länder vor, die über eigene Emissionshandelssysteme verfügen.
In ihrem Appell fordern die Hersteller unverzügliche Maßnahmen, um den weiteren Kostenanstieg zu stoppen und zusätzliche Schäden für den europäischen Industriestandort zu verhindern. Sie verlangen politische Schritte, die faire Wettbewerbsbedingungen sichern und den Übergang zu einer klimaneutralen Produktion unterstützen. Ohne Kurskorrektur drohten andernfalls langfristige wirtschaftliche Folgen, warnen die Unternehmen.






